Kleine und große Helfer an Bord

27. Februar 2026

Autofahrerassistenzsysteme optimieren die Sicherheit und den Komfort unterwegs. „Sie entbinden aber in keinem Fall die Fahrerin oder den Fahrer von der Verantwortung am Steuer“, stellt Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD klar. Die Elektronik bietet inzwischen eine breite Palette von Helfern, die die Sicherheit erhöhen, indem sie vor Gefahren warnen oder in kritischen Situationen eingreifen. Ihre Funktionen sind gesetzlich geregelt und unterliegen strengen Richtlinien. Komfort-Assistenten wie beispielsweise der Abstandstempomat unterliegen nur wenigen gesetzlichen Vorschriften und werden entsprechend unterschiedlich von den jeweiligen Herstellern konstruiert. „Praxisgerechte Lösungen helfen im Alltag“, fasst Mainz ihre Erfahrungen zusammen, „überfrachtete nerven sehr schnell.“

Adaptive Cruise Control (ACC) ist ein Geschwindigkeitsregler mit automatischer Abstandsregelung: Bremst der Vordermann, bremst ebenfalls das eigene Fahrzeug. Der erforderliche Sicherheitsabstand wird eingehalten. Umgekehrt funktioniert es beim Beschleunigen.

Zumeist unter der Bezeichnung City-Safety wird ein Notbrems-System angeboten, das bis etwa Tempo 30 bei einer Kollisionsgefahr mit Fußgängern oder Fahrradfahrern nach einer Warnung eine Notbremsung einleitet.

Einparkhilfen arbeiten mit Sensoren oder Rückfahrkameras. Manche können im Vorbeifahren Parkplätze vermessen und automatisch in eine passende Parkbucht steuern. Vollautomatische Ein- beziehungsweise Ausparkassistenten parken das Auto zum Beispiel selbstständig rückwärts ein oder vorwärts aus, wenn der Fahrer das Fahrzeug verlassen hat und den Befehl per Fahrzeugschüssel gibt. Dennoch bleibt die Verantwortung weiterhin beim Fahrer, er sollte das System also aufmerksam überwachen.

Fernlicht-Assistent: Automatisches Auf- und Abblenden des Fernlichtes. Eine Frontkamera oder Sensoren erkennen entgegenkommende Autos und Motorräder ebenso wie vorausfahrende Fahrzeuge und steuern entsprechend das Fernlicht.

Kurvenlicht: Die Scheinwerfer des Fahrzeugs folgen dem Verlauf der Straße. Dabei wird der Kurvenverlauf aus Lenkeinschlag und Geschwindigkeit errechnet.

Ein Head-up-Display (HUD) informiert den Fahrer in seinem Blickfeld etwa über die aktuelle Geschwindigkeit oder Navi-Anzeigen. Er muss so nicht mehr den Blick von der Straße nehmen.

Müdigkeitswarner empfehlen dem Fahrer eine Unterbrechung der Fahrt, wenn das System mittels Videoüberwachung (Lidschlag) oder Erfassung der Lenkkorrekturen nachlassende Konzentration feststellt. Einkalkuliert wird zudem die zurückgelegte Fahrzeit.

Wärmebild- oder Infrarotkameras – Nachtsicht-Assistenten – machen bei Dunkelheit Fußgänger, Fahrradfahrer oder Tiere in einem Display sichtbar, eher als das menschliche Auge sie sieht.

Notbrems-Assistent: Erkennt drohende Kollisionen, warnt den Autofahrer und bremst. Neuere Systeme leiten auch eine Notbremsung ein, falls der Fahrer in einer kritischen Auffahrsituation nicht reagiert.

Das Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) zeigt bei einem gefährlichen Reifendruckabfall eine Warnung an.

Per Sprachsteuerung werden Navi, Telefon oder Radio verbal gesteuert.

Der Spurwechsel-Assistent – auch Totwinkel-Assistent genannt – überwacht den sogenannten „Toten Winkel“ mittels Radar oder Video. Das System erkennt ein von hinten kommendes Fahrzeug auf einer versetzten Spur und warnt den Fahrer durch ein Warnlicht an den Außenspiegeln oder einen Warnton.

Spurhalte-Assistenzsysteme oder Spurverlassenswarner warnen beim Überfahren von Fahrbahnmarkierungen. Dies geschieht mal akustisch oder durch Vibrationen im Lenkrad, bei aktiven Systemen auch durch einen Eingriff in die Lenkung, der aber leicht vom Fahrer übersteuert werden kann.

Verkehrszeichen-Erkennung: Über eine Kamera erkennt das System Verkehrszeichen etwa Tempolimits oder Überholverbote und zeigt sie dem Fahrer in einem Display an.